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Erfahren Sie hier mehr über die mehr als 100-jährige Geschichte der Wellpappen-Produktion in Lucka und ihre Übernahme durch die Eikemeier Firmengruppe nach der Wiedervereinigung.
1. Oktober 1900
Der Ingenieur-Kaufmann Jacob Moll, geboren am 6. Juni 1871 in Niefern bei Pforzheim, gründete mit dem ihm bekannten Robert Laupitz und Kaufmann August Gräßle die gemeinsame Firma „Leipziger Wellpapierfabrik Gräßle, Laupitz und Co.“ in Leipzig-Lindenau, Thüringer Straße 1–3.
Die ersten Produktionsgüter waren zunächst geschützte Prägepapiere, speziell Kugelpapier in den verschiedensten Qualitäten und Farben. Die Produktion stieg rasch an. Deshalb wurden neue Fertigungsräume benötigt. Diese fand man in Lucka.
1903
Die Gemeinschaft Moll, Laupitz und Gräßle kaufte die vormalige Teppichweberei von Hermann Kittel in der Mühlgasse in unmittelbarer Nähe des Marktes. In den Werksräumen wurden 2-fach- und 3-fach-WP-Maschinen aufgestellt und rasch entwickelte sich eine eigene Weiterverarbeitung zu Kartonagen.
1905
wurde ein weiteres Gebäude gekauft und ein Jahr später begannen Erweiterungsbauten.
1906
Der 35jährige Ingenieur Jacob Moll übernahm die Leitung des Betriebes.
1907
erfolgte der Bau eines Rohpapierlagergebäudes und der wesentlich größeren Reparaturwerkstätte.
1909
wurde ein neues Kesselhaus mit einem Dampfschornstein an die Produktionsräume angebaut.
1912
Mit dem Ausscheiden der beiden Mitbegründer Laupitz und Gräßle übernahm Jacob Moll als alleiniger Inhaber die Firma. Sie hieß seitdem „Leipziger Wellpapierfabrik J. Moll“. Vor allem der Maschinenpark wurde vergrößert und technisch verbessert.
1914
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges brachte das Geschäft kurze Zeit ins Stocken, aber bald folgten wichtige Lieferungen an das Heer und Aufträge von Kunden aus ganz Deutschland brachten die Produktion wieder in Schwung.
1918
Ende des Ersten Weltkrieges kaufte J. Moll das Gelände zwischen dem Sägewerk Schaper und der Bahnhofstraße. An dieser Stelle wurde ein zweites Werk errichtet. Trotz der Nachwirkungen des Krieges und der Inflation konnte Jacob Moll seine Firma zu einem führenden Unternehmen der Verpackungsindustrie entwickeln.
1921
wurde er auch Besitzer der Berliner Wellpappenwerke GmbH. In dieser Zeit beschäftigte die Firma in ihren Betrieben etwa 400 Angestellte und Arbeiter sowie 20 Vertreter im In- und Ausland. Im Fabrikgelände am Bahnhof wurden eine 1,80 m- und eine 2,10 m-Wellpappenmaschine aufgestellt und Ende der zwanziger Jahre erfolgte die Errichtung einer zweiten Produktionshalle.
1936
Über Jahre hinweg hatte Jacob Moll seine drei Söhne Dr. Walter Moll, Ing. Fritz Moll und Ing. Martin Moll in die Firma integriert, sodass er sich aus dem Geschäftsleben zurückziehen und ihnen die Leitung übergeben konnte. Die Firma nannte sich nun „Leipziger Wellpapierfabrik Moll & Söhne“. Es erfolgte eine weitere Vergrößerung durch den Bau von zwei Verarbeitungshallen, eines leistungsfähigeren Kesselhauses und eines größeren Schornsteins. Durch diese Expansion wurde die Firma zum größten privaten Produzenten von Wellpappe in Deutschland.
1938
Am 15. Juli starb der Gründer und Besitzer der Wellpapierfabrik Lucka im Sanatorium Ebenhausen bei München.
1945
Entsprechend des Potsdamer Abkommens vom August 1945 fiel die Wellpapierfabrik als einer der größten sich in Privathand befindlichen Betriebe unter Sequestration.
1948
Der Betrieb ging in Volkseigentum über. Gleichzeitig wurde der gesamte Verband der Werke von Lucka, Leipzig, Dessau und Berlin aufgelöst. In den ersten Nachkriegsjahren war die Produktion äußerst schwierig.
1950
normalisierte sich das Leben und man konnte zu einer geregelten Produktion übergehen.
In den sechziger Jahren erfolgte dann eine Produktionserweiterung, vor allem durch erzeugungs- und verarbeitungsseitige Anschaffungen.
1. Januar 1968
Das Werk Lucka wurde im Verband der VEB Vereinigte Wellpappenbetriebe Leipzig an das kapazitiv kleinere Werk in Engelsdorf angeschlossen. Das bedeutete die Entmündigung und den Verlust der Eigenständigkeit des traditionsreichen Luckaer Betriebes.
1989
Mit der politischen Wende im Herbst des Jahres erfolgte der Zusammenbruch des Marktes und brachte auch für die Luckaer Wellpapierfabrik gravierende Veränderungen.
1. April 1990
Das Stammwerk des Kombinates Verpackung zerfiel in seine Einzelwerke. Lucka wurde Treuhandbetrieb. Die schnelle Privatisierung stellte einen großen Glücksumstand für den Luckaer Betrieb dar. Der Langenhagener Unternehmer Uwe Eikemeier und sein ostdeutscher Partner Manfred Bedow kauften das Unternehmen am 1. Juni 1991 von der Treuhand. Wenige Monate später schied der Ostdeutsche aus dem Unternehmen wieder aus.
1. April 1992
Uwe Eikemeier kann von diesem Zeitpunkt an als alleiniger geschäftsführender Gesellschafter seine unternehmerischen Ideen in die Tat umsetzen. Das Werk ist seit dieser Zeit als „Wellpappenwerk Lucka GmbH“ auf dem Markt präsent. Die erheblichen Investitionen in die Erhaltung der Bausubstanz, bauliche Erweiterungen und Maschineninvestitionen ließen das Werk wieder zu einem funktionierenden Partner für Verpackungsmateriallieferungen an verschiedene Industrieunternehmen und Agrarerzeuger werden.
Februar 1992
Die erste Palettenpresse wurde in Betrieb genommen und die ersten LKW angeschafft. Ein Slotter mit einer Arbeitsbreite von 4,20 m wurde in der Produktion wirksam eingesetzt.
1993
Das Werk I wird abgerissen. Eine Zelthalle diente als provisorisches Fertigwarenlager.
1994
Es begann der Neubau der Produktions- und der Rohstoffhalle, es erfolgte die Taperaufstellung. Die neue Wellpappenerzeugungsanlage von der Fa. BHS wurde in Betrieb genommen. Die Gleishalle wurde umgebaut.
1995
Es erfolgte die Aufstellung des 2,80 m-Inliners. Beginn des Neubaus für das Fertigteillager. Eine Rotationsstanze wurde ihrer Bestimmung übergeben.
1996
Die neue Versandhalle wurde fertig gestellt und eingeweiht.
November 1998
Auf Grund seines Engagements für den wirtschaftlichen Aufschwung im Osten Deutschlands wurde Herr Eikemeier im November 1998 als „Unternehmer des Jahres“ vom Altenburger Landrat geehrt.
April 2000
Uwe Eikemeier
erhielt für seine Verdienste das Bundesverdienstkreuz am Bande, überreicht durch den Niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Peter Fischer.
Die Arbeitnehmerzahl entwickelte sich wieder auf über 200 Beschäftigte, darunter befinden sich 30 Auszubildende.
Mai 2001
Ein modernes Bürogebäude wurde am 18. Mai 2001 seiner Bestimmung übergeben. Die Errichtung eines Logistikzentrums zur Verbesserung der Lager- und Distributionsprozesse wird folgen. Auch diese Maßnahme wird neue Arbeitsplätze für Lucka schaffen.
So ist heute schon abzusehen, dass die kontinuierliche Entwicklung des Wellpappenwerkes in Lucka, die vor 100 Jahren durch Jacob Moll begann, durch Herrn Uwe Eikemeier erfolgreich fortgesetzt wird.
25. 1. 2002
Uwe Eikemeier wird von Landrat Sieghardt Rydzewski zum Botschafter des Altenburger Landes ernannt.
2004
Aufbau und Inbetriebnahme einer neuen Wellpapperzeugungsanlage mit 2,80 m Arbeitsbreite zur Herstellung von Wellpappe in den Wellenarten A, B, C, D, E, F, G und deren Kombinationen. Im gleichen Atemzug damit wurde ein Formatversandgebäude errichtet, welches mit besonderer Schallschutzdämmung ausgestattet ist.
Im Zusammenhang mit der Erschließung des Gewerbegebietes Hemmendorfer Straße wurde das Faltschachtelwerk errichtet. Die darin installierten Falt – Klebe – Maschine, zwei Stanzautomaten, eine Drei – Farben – High – Print – Flexodruckmaschinen sowie eine Palettenregalanlage mit Kapazität für 5.500 Paletten sichern mehr Variabilität in unserer Produktpalette sowie eine kundenfreundliche Auftragsrealisierung, die nun just-in-time erfolgen kann ein schonendes Einlagern der Ware garantieren.
2007
Das Jahr 2007 stand wiederum ganz im Zeichen zukunftsweisender Investitionen: Auf dem Gelände der Gemeinde Berndorf / Stadt Groitzsch, gab die Investorin, Frau Cornelia Eikemeier, den Bau einer gläsernen Fabrik in Auftrag, in der unser Partnerunternehmen, die LARA Print GmbH, die Arbeit aufgenommen hat. Eine Flexodruckmaschine „OVATION 16/24“ von der Fa. Göpfert ermöglicht es, Wellpappe in 2,30 m Breite mit bis zu sieben Farben zu bedrucken und mit UV–Lack zu versehen. Dies ist ein Quantensprung in der Veredelung unserer Wellpappe und erschließt einen neuen, anspruchsvollen Kundenkreis der Food- und Non–Food–Industrie.
August 2007
Auszeichnung mit dem „Prinzenraubpokal“ der Stadt Altenburg anlässlich der Prinzenraubfestspiele, überreicht durch die Vizepräsidentin des Thüringer Landtages, Dr. Birgit Klaubert, in Gegenwart des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus sowie der Bürgermeisterin der Stadt Lucka, Kathrin Backmann sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Altenburg, Herrn Michael Wolf.

